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Arthroskopien

Was ist eine Arthroskopie?

Der Begriff Arthroskopie kommt aus dem Griechischen ab. "Arthros" bedeutet Gelenk, "skopein" schauen. Man schaut also in ein Gelenk.
Die Arthroskopie ist eine Untersuchung von Gelenken mit einem speziellen Endoskop, dem Arthroskop.

Seit den 60iger Jahren hat die Arthroskopie als relativ risikoarme, schonende und sehr erfolgreiche Methode der Gelenkdiagnostik und Therapie einen enormen Aufschwung erlebt. Zunächst beschränkte sich die Methode im Wesentlichen auf das Kniegelenk, später kamen andere Gelenke hinzu wie Schultergelenk, Ellenbogengelenk oder Sprunggelenk.

Wie funktioniert die Arthroskopie?

Der Zugang zum Kniegelenk erfolgt mit zwei kleinen, circa 5 mm langen Hautschnitten unterhalb der Kniescheibe. Durch eine Öffnung wird das Arthroskop eingeführt, durch die andere Öffnung kleine Instrumente zur Operation.
Ein Arthroskop besteht aus einem optischen System von Linsen, einer Lichtquelle und einer Spül- und Absaugvorrichtung. Oft ist die Optik dieses Endoskops zur Arbeitserleichterung über eine Kamera mit einem Monitor verbunden. Der Arzt kann mit diesem Arthroskop also ähnlich wie mit einer Videokamera direkt den Gelenkinnenraum begutachten.

Wozu dient die Arthroskopie?

Die Arthroskopie dient vor allem der Untersuchung von Verletzungen im Knie-, Schulter-, Hand- und Sprunggelenk sowie zur Klärung anhaltender Gelenkbeschwerden. Folgende Veränderungen können mit der Arthroskopie festgestellt werden:

  • Veränderungen die durch einen Unfall ausgelöst wurden,
  • Degenerative Veränderungen (Arthrose)
  • Entzündliche Veränderungen

Gleichzeitig kann der Arzt, falls notwendig, im Rahmen der Arthroskopie Operationen mit speziellen Instrumenten durchführen. Dies bezeichnet man auch als minimal-invasive Chirurgie (MIC) oder Schlüssellochchirurgie. Gegenüber den offenen chirurgischen Verfahren hat die minimal-invasive Chirurgie den Vorteil, dass sie den Organismus geringer belastet, da hier nur mittels mehrerer kleiner Schnitte an dem betroffenen Gelenk operiert wird. Weitere Vorteile sind geringere Schmerzen nach der Operation, kürzere Heilungszeiten und eine schnellere Wiedereingliederung in die Alltagsaktivitäten und den Beruf.

Verwendungsmöglichkeiten der Arthroskopie am Beispiel des Knies:

Bei Meniskusrissen wird, wenn möglich, der Meniskus genäht oder Teile davon werden entfernt und die Ränder geglättet.

  • Entfernung freier Gelenkkörper
  • Bei Rheumapatienten erfolgt eine schonende Entfernung der Gelenkinnenhaut (Synovialektomie).
  • Bei einem Riss des vorderen Kreuzbandriss kann das entsprechende Kreuzband durch ein Transplantat ersetzt werden (Kreuzbandplastik).

Was ist im Vorfeld der Arthroskopie zu beachten?

Der Patient muss zur Arthroskopie nüchtern erscheinen, d. h. er darf sechs Stunden vorher nichts essen und nichts trinken. Mit Hilfe einer Blutuntersuchung überprüft der Arzt vor der Arthroskopie unter anderem den die Gerinnungsstatus . Der Anästhesist klärt den Patienten bezüglich der Narkoserisiken vor der Untersuchung auf.
Wie wird eine Arthroskopie durchgeführt?

Die Arthroskopie wird in Spinalanästhesie oder in Vollnarkose durchgeführt. Zuerst wird die Hautumgebung des betroffenen Gelenkes desinfiziert. Anschließend wird das Operationsgebiet steril abgedeckt. Der Arzt führt dann über einen kleinen Schnitt in der Haut ein Führungsrohr (Trokar) in das Gelenk ein. Durch dieses Führungsrohr schiebt er das Arthroskop in das gelenk.

Damit sich der Arzt im Gelenkraum orientieren kann, bringt er zusätzlich Flüssigkeit in das Gelenk ein. Hierdurch werden Strukturen wie z. B. Kreuzband oder Meniskus besser sichtbar. Will der Arzt minimal-invasiv operieren, wird er schließlich noch ein bis zwei weitere Schnitte machen, um spezielle Instrumente zum Gelenk vorschieben zu können.
Welche Komplikationen können bei der Arthroskopie auftreten?

In seltenen Fällen kann es infolge der Arthroskopie zu Knorpelverletzungen, Blutungen, Infektionen, Gefäß- und Nervenverletzungen und zu einer Thrombose kommen.
Welche alternativen Untersuchungsmethoden können durchgeführt werden?

Die wichtigste Alternative zur Arthroskopie ist die Kernspintomographie (MRT, Magnet-Resonanz-Tomographie). Ein großer Vorteil dieser Untersuchungsmethode ist, dass sie ein sehr schonendes Verfahren ist. Im Gegensatz zur Arthroskopie können hier jedoch keine minimal-invasiven Eingriffe vorgenommen werden. Die Arthroskopie ist außerdem in der Qualität der diagnostischen Aussage als direkte Methode der Kernspin-Tomographie überlegen.

Erkrankungen der Menisken und ihre Therapie

MeniskusMenisken sind sichelförmige Knorpelscheiben zwischen dem Schienbeinkopf und der Oberschenkelrolle. Sie dienen der Formangleichung dieser Knochen und der Stabilisierung und Führung des Kniegelenks. Die hohe mechanische Beanspruchung führt auf Dauer zu einem Verschleiß, der sich durch Rissbildung und Ausfransungen darstellt. Eine Drehbewegung im gebeugten Kniegelenk mit gleichzeitiger hoher Krafteinwirkung kann zu einem Einriss führen. Abgerissene Meniskusteile können zwischen die Gelenkflächen geraten. Dies führt zu einer schmerzhaften Bewegungs- und Belastungseinschränkung des Kniegelenks und zu mechanischen Schädigungen des Gelenkknorpels.

Das Ziel der Meniskusoperation mittels Arthroskopie besteht darin, alle abgerissenen Anteile zu entfernen, wobei das gesunde Meniskusgewebe erhalten bleibt. Es werden nur jene Teile des Meniskus entfernt, die die Gelenkfunktion stören, die Gelenkflächen schädigen und die für die Schmerz- und Reizzustände verantwortlich sind. In sehr seltenen Fällen kann der Meniskus auch angenäht werden. Der Hauptvorteil gegenüber der so genannten Schnittoperation besteht darin, dass bei der arthroskopischen Technik alle intakten Teile der Menisken belassen werden können. Somit ist auch die Gefahr einer Arthroseentstehung nach einem arthroskopischen Meniskuseingriff geringer.

Nachbehandlung

Wir bevorzugen eine frühfunktionelle Nachbehandlung. Eine Teilbelastung findet nur ein, zwei Tage postoperativ statt. Eine Sportkarenz empfehlen wir für einen Zeitraum von 6 Wochen. Hiervon ausgenommen sind Sportarten, die wenig kniebelastend sind, z.B. Schwimmen und Fahrradfahren.

Arbeitsunfähigkeit

In Abhängigkeit von der beruflichen Belastung beträgt die Dauer der Arbeitsunfähigkeit nach einer Arthroskopie 1-4 Wochen.
 

 

 

 

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