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Dupuytren´sche Kontraktur

Was ist eine Dupuytren’sche Kontraktur?

Dupuytren'sche Kontraktur der HandNach dem französischen Chirurgen benannte gutartige, primär schmerzlose, knotige und strangförmige Fibromatose der Hand, die zu einer Streckhemmung und gelegentlich zu einer Adduktionkontraktur der Finger, auch Abduktionskontraktur des Kleinfingers führt. Bevorzugte Lokalisation: Hohlhand, Ringfinger, Kleinfinger, Mittelfinger, seltener Daumen und Zeigefinger. Andere Lokalisationen: dorsale Fingerknöchelpolster, Plantarfibromatose (Morbus Lederhose), Induratio penis plastica.
Verschiedene Stadieneinteilungen in vier oder fünf Schweregrade.

 

Untersuchungen

Notwendig

  • Anamnese: familiäres Vorkommen, Stoffwechselerkrankungen, Epilepsie
  • Nervenkompressionssyndrome
  • Inspektion und Palpation der Hohlhand sowie der Fingerbeuge- und -streckseiten mit Prüfung der Hautverschieblichkeit, Ausschluß eines interdigitalen Ekzems.
  • Funktionsprüfung: Faustschluß, Fingerstreckung und Spreizung, evtl. Foto)
  • Sensibilitätsprüfung

Im Einzelfall nützlich:

  • Laboruntersuchungen bezüglich Lebererkrankung, Diabetes mellitus
  • Röntgenaufnahmen der kontrakten Finger a.p. und seitlich zur Beurteilung arthrotischer Veränderungen
  • Neurologische Untersuchung bei Verdacht auf Karpaltunnel- und/oder Sulcus-ulnaris-Syndrom.

Therapie

Konservativ

  • Lediglich Verlaufskontrolle (jährlich) bei singulärem Knoten und fehlender Fingerkontraktur

Operativ

Indikationen:

  • Mechanische Behinderung durch Kontrakturstränge, Beugekontraktur eines oder mehrerer Fingergelenke (20°), störender ausgedehnter knotiger Befall der Hohlhand, Fortschreiten der Beugekontrakturen.
    Kontraindikationen:
  • Klinisch erkennbare Durchblutungsstörungen der Finger
  • Erkennbar mangelnde Fähigkeit des Patienten zur anhaltenden Mitarbeit in der Nachbehandlungsphase
    unbehandeltes Interdigitalekzem
  • schwerwiegende Allgemeinerkrankungen

Operationsprinzipien

  • Begrenzte Strangexzision: Rezidivgefahr groß!
  • Partielle oder totale Aponeurektomie
  • Erforderlichenfalls zusätzlich Neurolyse, Arteriolyse, Arthrolyse (selten mit temporärer Kirschnerdrahttransfixation), und/oder Open-palm-Technik oder Hautplastik.
  • Arthrodese (proximales, selten distales Interphalangealgelenk)

Nachbehandlung

Vorsicht! Die Nachbehandlung ist bei der Dupuytren´schen Kontraktur wichtig und kritisch. Es empfiehlt sich die Überwachung durch den Operateur, besonders bei zunehmenden Schmerzen, Schwellung, Bewegungseinschränkung und Hautnekrosen.

Die Nachbehandlung umfasst:

  • Kompressionsverband und/oder Wunddrainage, Hochlagerung
  • Intensive tägliche eigentätige und krankengymnastische Bewegungsübungen und Eisanwendungen
  • Bei mangelnder Streckfähigkeit: Schienenbehandlung
  • Bei Bedarf: Ergotherapie

 

Textquelle: Leitlinien AWMF-online.de

 

 

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