Methode
Die Möglichkeit der Stoßwellenbehandlung in der Orthopädie oder
Unfallchirurgie hat sich aus der Methode der Urologie entwickelt,
Nierensteine ohne Operation durch alleinige Anwendung von Stoßwellen (Lithotripsie)
aus dem Körper zu entfernen.
Ebenso wie in der Urologie werden Schalldruckwellen erzeugt, die in der
Tiefe des Körpers fokussiert werden. Diese Verdichtung der Stoßwellen kann
dann durch rhythmische und wiederkehrende Anwendung zur Zerstörung eines
Kalkherdes führen. Die Verkalkung wird durch die Stoßwellenbehandlung zu
feinstem "Sand" zerrieben und kann dann vom Körper aufgenommen und auf dem
Blutweg abtransportiert und ausgeschieden werden.
Die Energieverdichtung erfolgt dann im Zentrum der Verkalkung. Andere
Körperstrukturen, die sich in der Nähe der Verkalkung befinden (z.B.
Blutgefäße, Nerven,Sehnen) werden von der Stoßwelle zwar erfasst, aber nicht
geschädigt, da sie nicht im Fokus der Stoßwelle liegen. Eine einzige
Stoßwelle ist als lauter Ton zu hören und wird als Schlag, etwa wie bei
einem Fauststoß empfunden. Die Häufigkeit der Stöße beträgt in etwa 60 - 300
pro Minute, die Stoßstärke kann der Verkalkung angepasst werden.
Behandelt werden vor allem:
- Tendinosis calcarea (Kalkdepots in der Sehnenhaube der Schulter
(Rotatorenmanschette)
- Epicondylitis humeri radialis (Tennisellenbogen)
- Epicondylitis humeri ulnaris (Golferellenbogen)
- Plantarfasziitis (Fersensporn)
- Patellarsehnentendinitis (Schmerzsyndrom der Kniescheibensehne)
An der Grenze zweier unterschiedlich dichter Gewebestrukturen, so z.B.
zwischen Knochen und Fett, wird durch Ausbreitungshindernisse die Energie
der Stoßwelle in diesen Strukturen freigesetzt. So werden durch die
extrakorporale Stoßwellentherapie Kalkablagerung zertrümmert, die
Durchblutung gefördert, sodass der Kalkabtransport beschleunigt erfolgen
kann. In der Regel sind bis 5 Behandlungen von 5-10 Minuten erforderlich.
Die Erfolgsrate der Behandlung, insbesondere wenn sie mit einer
zielgerichteten Nachbehandlung verbunden wird liegt zwischen 52% bis 91%.
Bei der Anwendung gibt es kaum Komplikationen oder Nebenwirkungen. Leider
werden die Kosten für die Stoßwellentherapie z.Zt. nicht von den
gesetzlichen Krankenkassen, obwohl inzwischen umfangreiche Studien zeigen,
dass in über 65% und mehr eine deutliche Schmerzbesserung bzw. -befreiung
anhaltend zu verzeichnen war. Wohl aber werden die Behandlungskosten von den
privaten Versicherungen übernommen.
Nebenwirkungen
Neben Blutergüssen kann es zu Schwellungen oder oberflächlichen
Hauteinblutungen kommen. Seltener wird von einer kurzfristigen
Schmerzverstärkung im Behandlungsgebiet berichtet. Bei nicht sachgerechter
Handhabung kann es zu Schäden an knöchernen Strukturen, Blutgefäßen, Nerven
oder Sehnen mit Früh– und Spätauswirkungen kommen.
Die während der Behandlung empfundenen Schmerzen werden unterschiedlich
stark wahrgenommen, Narkosebereitschaft wird vorgehalten, falls die
Schmerzen zu stark werden. Wenn die Anfangsbeschwerden nach drei Sitzungen
nicht deutlich besser geworden sind, sollte die Therapie nicht fortgesetzt
werden.
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