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Die Erkrankungen der Venen spielen eine immer stärkere Rolle. Wie überhaupt
die Schäden am Bewegungsapparat bei den sog. zivilisierten Völkern in
stetiger Zunahme begriffen sind, so sind die Krampfadern mit all ihren
Folgen wie Unterschenkelgeschwür, Venenthrombosen mit all ihren
Komplikationen eine Last vieler Patienten.
Die Diagnostik richtet sich nach dem Ausmaß der Erkrankung und ist für den
erfahrenen Chirurgen oder Internisten oftmals ohne aufwendige Hilfsmittel
oder technische Apparaturen möglich. Die körperliche Untersuchung mit einer
einfachen Staubinde, die Ultraschalluntersuchung oder die Venendarstellung
mit Kontrastmittel sind die wichtigsten diagnostischen Maßnahmen.
Ebenso wie die Diagnostik dem jeweiligen Befund angepasst sein sollte, so
ist auch die Therapie entsprechend dem Schweregrad der Krampfadern
anzupassen. Nicht immer muss die ganze Vene „gezogen“ werden. Es gibt viele
Möglichkeiten der Therapie. Im nachfolgenden werden diese näher aufgeführt:
Nicht die therapeutische Technik ist entscheidend, sondern die
verantwortungsbewusste Voruntersuchung bzw. Vorbehandlung.
Der Patient muss wissen, dass man zwar seine Varizen entfernen kann, aber
nicht seine Anlage zur Ausbildung von Varizen. Daher ist eine
lebenslängliche Prophylaxe bzw. Nachsorge auch nach einem Eingriff
unerlässlich zur Erhaltung des Therapieerfolges.
Die Beseitigung von Krampfadern ist bei kleineren und kleinsten Varizen ein
kosmetisches Problem. Da sie ungefährlich und einfach durch die Verödung
geschehen kann, lautet die Frage an den Patienten: Stört Sie diese Ader? Die
Antwort fällt sowohl bei männlichen als auch bei weiblichen Patienten
erstaunlich unterschiedlich aus. Solche kleinen Varizen haben keinen
Einfluss auf die Zirkulation des Beines, weshalb man die Entscheidung der
Subjektivität des Patienten überlassen kann. Zwar "heilen" Varizen nicht von
selbst, d.h., die variköse Veränderung ist irreversibel, sie können nur mit
der Zeit größer werden, doch bleiben sie häufig über Jahrzehnte konstant.
Hat man eine größere Krampfader vor sich, kommt es auf den Zustand des
Beines an, wie dringlich die Beseitigung ist. Venenentzündungen oder ein
beträchtliches Größerwerden der Varizen lassen die Entfernung dringlich
erscheinen.
Bei der Vielfalt der Krampfadern hat sich häufig auch ein kombiniertes
Verfahren bewährt, z.B. das Ziehen (Strippen) der großen Vene am
Oberschenkel und die Sklerosierung geschlängelter, verzweigter Varizen am
Unterschenkel.
Die Strippingoperation ist geeignet bei eindeutiger Stammvarikosis der Vv.
saphena magna oder parva, besonders bei Insuffizienz der Einmündung in die
tiefe Beinvene.
Krampfadern der Seitenäste der Vv. saphenae, auch wenn sie mächtig
entwickelt sind, sind besser zu sklerosieren als zu operieren. Noch
geeigneter erscheint hier eine „Miniphlebektomie“ wo nur durch ca. 2 mm
große Schnitte die Venen abschnittweise „gezogen“ werden. Das kosmetische
Ergebnis ist hervorragend. Leider wird dieses Verfahren, welches
zeitaufwendiger als das Ziehen der großen Vene ist, aus wirtschaftlichen
Gründen nicht allzu häufig angewendet. Es stellt jedoch ein sehr schonendes
und elegantes Verfahren dar, mit welchem wir seit Jahren große und beste
Erfahrung haben.
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